Samstag, 24. November 2012

Nur ein Spiel...?

Inhalt:

Eigentlich sollte es nur die Demoversion eines Internetgames der Computerspielfirma "Monkeewrench" sein. Das Prinzip: "Fang den Serienkiller" führt den Spieler durch achtzehn Level und in jedem Level geschieht ein neuer Mord, den es aufzudecken gilt. Doch dann passiert das Unfassbare: Ein Mörder bringt plötzlich auch Menschen im der Wirklichkeit um. Jedes Opfer scheint auf die gleiche Weiße umzukommen, wie es auch in "Fang den Serienkiller" geschieht. Die beiden Detectives Leo Magozz und Gino Rolseth aus Minneapolis haben alle Hände voll zu tun, denn der Mörder ist den Detektiven immer einen Schritt voraus. Zur gleichen Zeit geschieht in Wisconsin ein weiteres Verbrechen, bei dem ein fanatisches Ehepaar in einer Kirche ermordet aufgefunden wird. Welche Parallelen gibt es zwischen diesen beiden Verbrechen? Magozzi und Rolseth beginnen zu ermitteln und kommen einem Geheimnis auf die Spur, dessen Wurzeln tief in die Vergangenheit der Monkeewrench-Mitarbeiter reichen...

Meine Meinung: 


Das Debüt des Mutter-Tochter-Autorenteams P. J. Tracy kann mit "Spiel unter Freunden" einiges bieten. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, weil ich befürchtete, dass die Handlung durch zwei Autorinnen zu konstruiert wirkt. Dies war glücklicherweiße nicht der Fall. Durch die beiden verschiedenen Handlungsstränge wird die Geschichte aufgelockert und schafft immer wieder einen erfrischenden Wechsel innerhalb der Handlung. Während des Lesens hatte ich keine Ahnung, wer der Mörder ist und was sein Motiv sein könnte. Die Auflösung des Falls kam daher für mich sehr überraschend. Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist flüssig und das Buch lässt sich gut lesen. Nichts wirkt holprig oder gar langatmig. Die Charaktere sind alle gut herausgearbeitet und wirken originell. Niemand tritt platt und unglaubwürdig auf. Jede Figur findet ihren Platz und fügt sich so in die Geschichte ein. Trotz der ernsten Lage, kommt der Humor bei diesem Roman nicht zu kurz und gibt der Geschichte noch das gewisse Etwas. Natürlich kann man bei "Spiel unter Freunden" nicht von einer Neuentdeckung des Genres "Thriller" sprechen, doch bringen die beiden frischen Wind in diesen Bereich, der m.E. viel zu überfüllt ist. Die deutsche "Übersetzung" des Titels klingt für mich etwas abgedroschen. Mir hätte die Übernahme des Originaltitels "Monkeewrench" deutlich besser gefallen.


Fazit: 

P. J. Tracy beweisen mit  "Spiel unter Freunden", dass sie dazu fähig sind, einen spannenden und originellen Thriller zu schreiben. Ich freue mich schon auf weitere Bücher des Mutter-Tochter-Teams und bin gespannt, was die beiden noch in Petto haben.

Wertung:

4 von 5 Punkten

Samstag, 6. Oktober 2012

"Okay"

Inhalt:

Die 16-jährige Hazel leidet an Krebs. Sie weiß genau, dass sie unheilbar krank ist und es keinen Erfolg auf Heilungschancen gibt. Die lebensverlängernden Behandlungen machen sie nur noch mehr kaputt und die Selbsthilfetreffen helfen ihr auch nicht weiter. Ihre Eltern versuchen sie mit allen Mitteln zu unterstützen, doch Hazel weiß, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch sie sich verabschieden muss. Trotzdem möchte sie nicht bemitleidet werden, sondern selbst auf eigenen Beinen stehen. Ihr Leben ändert sich jedoch schlagartig, als sie bei einem Selbsthilfetreffen den 17-jährigen Augustus Waters kennenlernt. Augustus hat vor Jahren bei seinem Kampf gegen den Krebs eines seiner Beine verloren. Gus (so sein Spitzname) ist intelligent, witzig, ungemein schlagfertig und geht ganz offen mit seinem Schicksal um. Sofort ist sie von diesem Jungen angezogen und es scheint als wäre Augustus auch von ihr angetan. Langsam kommen sich die beiden näher und Hazel spürt wieder etwas Hoffnung in ihrem Leben. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit miteinander und diskutieren über Musik, Bücher, die Ironie des Lebens und der ständigen Last zu kämpfen. Als Hazel Augustus von ihrem Lieblingsbuch "Ein herrschaftliches Leiden" erzählt und es ihr innigster Wunsch ist, den Autor persönlich kennenzulernen, erfüllt  ihn Gus: Gemeinsam reisen sie nach Amsterdam in der Hoffnung Hazels ungeklärte Fragen zu beantworten. Obwohl sie von dem bevorstehenden Ende ihrer Liebe wissen, beschließen sie jeden Tag zu leben. Denn jeder Tag ist es würdig gefeiert zu werden! Bis zum Schluss...

Meine Meinung:

Mir fällt es schwer zu diesem Buch eine Rezension zu verfassen, weil ich der Ansicht bin, dass sich jeder sein eigenes Urteil über dieses Werk bilden sollte. Trotzdem versuche ich mal meine Gedanken niederzuschreiben:

John Green hat es geschafft mich zu berühren. Der Autor versteht es auf seine ganz eigene Art über so ein schweres Thema wie Krebs zu schreiben. Er beschreibt den Krebs als ätzend, unangenehm und schlichtweg beschissen. Trotzdem hat mich der Autor beim Lesen dieses Buches so oft zum Lachen gebracht. Wieso? Durch das Interagieren der beiden Hauptprotagonisten kommen solch einzigartige Gespräche auf, dass ich mir mehr als einmal ein Lächeln übers Gesicht huschte. Doch trotz der humoristischen Ader dieses Werkes, beschreibt der Autor die Krankheit als etwas Ernstes und zeigt mir den harten Weg auf, den diese Menschen und ihre Angehörigen gehen müssen. Für mich schafft Green einen hervorragenden Mittelweg zwischen Humor und Tragik.

Die Geschichte um Hazel und Augustus ist so schön geschrieben, dass die Krankheit der beiden schon nach wenigen Seiten zu Nebensächlichkeit wird. Es ist einfach die Art, wie die beiden miteinander umgehen, was dieses Buch zu etwas besonderen macht (An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, da es jeder selbst lesen sollte. Ihr werdet es schon merken ;-)). Doch nicht nur Augustus und Hazel sind in diesem Roman wunderbar in Szene gesetzt. Auch alle anderen Charaketere finden genug Platz in dieser Geschichte, um sich mitzuteilen.

Das Buch beinhaltet so viele schöne Zitate, dass ich gar keinen Favoriten herausnehmen kann. Lest dieses Buch, dann werdet ihr sie alle selber entdecken. Vielleicht findet der ein oder andere ja seinen persönlichen Favoriten. 

Der Schreibstil des Autoren ist sehr feinfühlig, aber zeigt auch die Realität und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Doch trotz der Schwere zeigt der Autor, dass es sich lohnt für etwas zu kämpfen.

Fazit:

Ein wunderschönes, trauriges und einzigartiges Werk, welches mir wieder einmal zeigt, dass jeder Tag es wert ist gefeiert zu werden. Danke, John Green!

Punkte: 

5 von 5 Punkten

http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-24009-4



Dienstag, 2. Oktober 2012

Stimmen in der Dunkelheit

Inhalt: 

Seit Arlen denken kann, lebt er mit seiner Familie in Angst vor den Angriffen der Dämonen. Jede Nacht steigen die Horclinge aus dem Horc und verbreiten Angst und Schrecken. Um sich gegen die ständigen Dämonenangriffe zu wehren, haben die Menschen magische Siegel an ihren Häusern errichtet. Die Siegel halten die Dämonen von den Menschen fern, doch jede noch so kleine Schwachstelle in dem magischen Netz aus Runen und Zeichen kann für die Menschen tödlich sein. Als Arlen eines Nachts mit ansehen muss, wie die Horclinge seine Mutter töten, bricht für ihn eine Welt zusammen. Seinem Vater, der während der Ermordung seiner Frau nur tatenlos zusieht, kann er keinen Respekt mehr entgegenbringen und flieht von zu Hause. Er macht es sich zum Entschluss sich nicht mehr zu verstecken, sondern zu handeln. Damit beginnt für Arlen ein Abenteuer, bei dem er mehr als einmal an seine Grenzen stößt...

Leesha wohnt mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter im Tal der Holzfäller. Von den ständigen Attacken ihrer Stiefmutter gepeinigt, flüchtet sie sich zu ihrem Geliebten Gared, der für sie alles auf der Welt ist. Als Gared jedoch einen folgenschweren Fehler begeht, entsagt sie sich von ihm und für Leesha bricht eine Welt zusammen.
Als sie eines Tages die alte Kräutersammlerin Bruna kennenlernt, keimt in ihr wieder Hoffnung auf. Von dieser alten Frau ist sie sofort angezogen und beschließt daraufhin bei ihr in die Lehre zu gehen. Trotz der Einwürfe ihrer Stiefmutter zieht sie zu Bruna und lässt sich von ihr unterrichten...

Als die Familie des kleinen  Rojer auf einen Schlag ausgelöscht wird, nimmt sich der Jongleur Arrick Honigstimme seiner an. Fortan reisen er und sein Meister durch die Städte, geben Vorstellungen und verdienen sich damit ihr Geld. Rojer, der bei dem  Dämonenangriff zwei Finger verlor, assistiert Arrick bei den Vorstellungen. Als Rojer eines Tages auf einer Fiedel spielt, entdeckt er neue Fähigkeiten an sich, die ihm ganz neue Möglichkeiten eröffnen...

Meine Meinung:

"Das Lied der Dunkelheit" ist der erste Roman des US-amerikanischen Autors Peter V. Brett. Auf der Rückseite dieses Fanatsy-Romans steht: "Peter V. Bretts gewaltiges Epos vom Weltrang des Herr der Ringe". Der Meinung bin ich nicht, da "Das Lied der Dunkelheit" ein eigenständiges Werk ist, welches sich stark von "Der Herr der Ringe" unterscheidet. Die Handlung ist am Anfang etwas verworren und ich musste mich erst orientieren, ehe ich in die Welt von Brett eintauchen konnte. Manchmal war mir die Handlung zu gestreckt und ich empfand einige Ausführungen zu unnötig. Gegen Ende hatte ich wiederum das Gefühl, dass es der Autor gar nicht abwarten konnte zu einem Schluss zu kommen. Irgendwie geschah mir da alles zu schnell und ich war etwas enttäuscht, dass gerade die letzte Schlacht m. E. zu kurz kam. Die Idee des Autors drei verschiedene Geschichten parallel zu erzählen, gefiel mir gut, weil es dadurch des Öfteren zu einem Wechsel in dem Roman, kam, welcher eine gelungene Abwechslung darstellte.
Der Schreibstil des Autors ist manchmal so flüssig, dass ich 100 Seiten schnell gelesen habe. Auf der anderen Seite hält sich Brett zu lange an manchen Ereignissen fest. Eine schöner Mittelweg wäre mir da lieber gewesen. Die Idee mit den magischen Siegeln empfand ich als sehr gelungen, weil es etwas Neues ist und Brett die Geschichte um die Siegel sehr interessant gestaltet hat. 
Die Charaktere sind alle sehr glaubwürdig dargestellt. Keiner der Personen wirkt zu überzogen bzw. zu stark charakterisiert. Besonders die drei Hauptcharaktere hat Brett interessant gestaltet, so dass niemand farblos wirkte. Jeder hat einen Verlust erlitten, der nur schwer zu verarbeiten ist. Durch diese Verluste wachsen und reifen die Charaktere.

Fazit:

Der Auftakt einer Fantasy-Reihe die noch etwas Luft nach oben hat. Durch das interessante Magiesystem und die gut gezeichneten Charaktere hat mich der Autor dennoch neugierig auf die Forsetzung gemacht.
 

Wertung: 

3 von 5 Punkten

http://www.randomhouse.de/Paperback/Das-Lied-der-Dunkelheit-Roman/Peter-V-Brett/e271049.rhd



Dienstag, 11. September 2012

Eine neue Reise

Jetzt ist es nun 2 Wochen her, dass ich hier meine letzte Rezension verfasst habe. Es tut mir leid, dass ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin weitere Buchbesprechungen zu schreiben, aber ich befinde mich zurzeit im Umzugsstress. Wenn alles vorbei ist, werde ich mich wieder eifrig ans Lesen und Schreiben machen, aber das kann noch 2 Wochen dauern. Damit ihr nicht gänzlich im Unklaren über mich und mein Leben bleibt, werde ich mal ein paar Zeilen über meine derzeitige Situation schreiben.

Irgendwie ist jetzt alles anders und ich weiß nicht, ob ich das in diesem einen Monat schon alles realisieren kann. Ich habe gerade alles ausgemistet und vor mir liegen drei Haufen. So merkwürdig es auch auch klingen mag, aber ich habe das Gefühl, dass diese drei Haufen ein Stück meines bisherigen Lebens widerspiegeln.

Der erste Haufen beinhaltet Briefe, Zeugnisse, Zeitschriften, Bücher, Filme, Klamotten, Poster, Konzertkarten, Videospiele, Bilder und Ordner. All diese Erinnerungen, die sich im Laufe meines Lebens angesammelt haben und die ich nicht missen möchte. Dinge, die mich ausmachen, prägten und mich an Vergangenes zurückdenken lassen. Dinge, die ich mir betrachte und mich Monate und Jahre zurückversetzen. Es reicht schon allein den Geruch mancher Sachen in der Nase zu haben, um wieder dort zu sein. Die Atmosphäre zu spüren und die Menschen zu sehen, die mich dort begleitet haben. Die Bilder, welche Ereignisse, Menschen, Situationen einfangen. Meine tolle Filmsammlung, die sich hoffentlich noch vermehren wird. Und last but not least meine Büchersammlung. Meine Bücher sind neben meiner Filmsammlung mein heiligster Besitz. All diese Werke werden mich (hoffentlich) noch mein ganzes Leben begleiten.

Dann gibt es noch den zweiten Haufen. Er ist randvoll mit alten Schulheftern, Grußkarten, Glückwünschen und Einladungen. Das wiederum sind Sachen, die ich einfach nicht wegwerfen möchte, weil auch diese Sachen mich daran erinnern, was einmal war. Auf der anderen Seite kann ich diesen riesigen Berg auch nicht mitnehmen, weil ich einfach nicht genug Platz habe um alles zu verstauen. Deswegen wird erstmal alles zwischengelagert, um vielleicht irgendwann mal genug Platz zu haben, um auch diese Dinge mitzunehmen. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich später einmal durch alte Schulhefter blättere und die Randnotizen entdecke, die mich durch die ein oder andere langweilige Schulstunde brachten oder beim Stöbern Grußkarten und Glückwünsche von meiner Familie und Freunden entdecke.

Der dritte Haufen ist gerade fein säuberlich in einem Müllsack verpackt. Obwohl diese Dinge mir nie etwas bedeutet haben, ist es trotzdem irgendwie merkwürdig alles einfach in einen Müllsack zu packen und wegzuwerfen. Es ist wie, als würde man etwas von sich selbst wegwerfen, obwohl es eigentlich Nichtigkeiten sind.

Bald ist alles in Umzugskartons verpackt und ich mache mich auf eine Reise, bei der ich noch nicht weiß, wie sie enden wird. Ich freue mich sehr auf meine Wohnung, meine Mitbewohnerin, das Studium, die neuen Menschen, die Erfahrungen und die Stadt. Wenn ich mir vorstelle bald in einer anderen Stadt zu wohnen, ist es so, als würde ich ein neues Leben beginnen. Natürlich entspricht das nicht ganz der Wahrheit, weil ich immer wieder in meine Heimatstadt zu meiner Familie und meinen Freunden zurückkehre, aber es wird alles nie mehr so sein wie vorher. Wenn ich von zu Hause ausziehe, komme ich nie wieder zurück. Dieser Gedanke beschäftigt mich schon eine ganze Weile, aber inzwischen habe ich mich damit abgefunden und bin mehr als bereit den nächsten Schritt zu wagen und eine neue Tür zu öffnen...


"Dann geh', es gibt andere Welten als diese!"
Jake Chambers

Mittwoch, 29. August 2012

Sie badet, Stiffler ... sie badet ...

Inhalt:

Kriminalhauptkommissar Eric Stiffler erhält einen erschütternden  Anruf. Ein Mann mit einer wässrigen Stimme droht ihm mit dem Tod einer ihm bekannten Frau. Wenig später findet er die Prostituierte Annabell ertränkt am Rande eines Sees. Der Mörder hat auf den Bauch der Frau eine eindeutige Notiz für Stiffler hinterlassen. Dem Kriminalhauptkommissar bleibt nicht mehr viel Zeit, um den "Wassermann" zu finden, denn er weiß nur zu gut, zu welchen Taten sein Gegenspieler in der Lage ist...

Manuela Sperling beginnt ihren ersten Arbeitstag im Dezernat Mord und es scheint als sei dieser erste Tag der schlimmste ihres Lebens. Irgendwie geht alles schief und ihr neuer Chef Eric Stiffler scheint besonders mit ihr ein Problem zu haben. Außerdem wird sie an ihrem ersten Tag gleich in einen Mordfall verwickelt. Das bizarre an dem Mordfall ist, dass das Wasser aus der Lunge der Toten nicht aus dem Fluss stammt, an dem die Frau gefunden wurde. Zusätzlich scheint der Mörder einen besonderen Hass auf ihren neuen Chef zu haben. Manuela Sperling spürt, dass Stiffler ihr etwas verschweigt und beginnt genauer zu ermitteln. Nach einigen Recherchen ist Manuela klar, dass ihr Chef mehr zu wissen scheint, als er zugibt...

Die ehemalige Prostituierte Lavinia Wolff wird verfolgt. Der Mann, vor dem sie sich seit 3 Jahren versteckt, lauert ihr immer wieder auf. Als Lavinia auf der Flucht vor ihrem Verfolger in ein Taxi steigt, lernt sie den Taxifahrer Frank Engler kennen. Sie spürt genau, dass der Taxifahrer starke Gefühle für sie hegt. Jedoch will Lavinia sich nicht auf einen Menschen einlassen, denn sie weiß genau, dass sie dann berichten muss was vor 3 Jahren geschah...

Frank Englers Leben ändert sich Schlag auf Schlag, als sich eine attraktive junge Frau in sein Taxi setzt. Engler spürt sofort das mit ihr etwas nicht stimmt, da sie sehr nervös zu sein scheint. Die Frau, welche sich als Lavinia Wolff vorstellt, erzählt ihm, dass sie verfolgt wird und er sie so schnell wie möglich nach Hause bringen soll. Frank ist sofort fasziniert von ihr. Allerdings weiß der Taxifahrer, dass er sich ihr öffnen muss, wenn er sie näher kennenlernen möchte und dass heißt, dass er ihr auch über seine Krankheit berichten musst...

Meine Meinung:

"Wassermanns Zorn" ist der erste Thriller den ich von Andreas Winkelmann gelesen habe. Gerade deswegen war ich sehr gespannt auf dieses Buch, weil mir schon häufiger angeraten wurde ein Werk von diesem Autor zu lesen. Ich muss sagen, dass es sich mehr als bezahlt gemacht hat. Die Geschichte ist sehr originell, da der Autor das Element Wasser geschickt in die Handlung einfließen lässt. Immer wieder wird dieses Element zum Mittelpunkt der Geschichte gemacht und je weiter die Ermittlungen vorangehen, desto mehr wird einem das Wort Wasser förmlich eingebrannt. Andreas Winkelmann schafft es den Spannungsbogen die ganze Geschichte aufrecht zu erhalten, bis sich die Fäden am Ende in einem spannenden Finale verknüpfen. Die Kapitel sind kurz gehalten und man kann ab und zu eins zwischendurch lesen. Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung wirkt zu keinem Zeitpunkt gestreckt und langatmig. Winkelmann schreibt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und jeder Charakter wird eingehend beleuchtet. Gerade die Vergangenheit des Wassermanns fand ich besonders spannend. Durch die verschiedenden Perspektiven wird die Geschichte aufgelockert und man erfährt vieles über jede einzelne Person. Winkelmann schafft es jedem Charakter genug  Spielraum zum Entfalten zu geben, so dass keine Figur fehl am Platz wirkt.

Fazit:

Ein packender Thriller, der mich davon überzeugt hat ein weiteres Buch von Andreas Winkelmann in die Hand zu nehmen. Die nächsten Male werde ich wohl ein mulmiges Gefühl haben, wenn ich an einem See bin, dessen Boden ich nicht erkennen kann...

Wertung: 

5 von 5 Punkten  

http://www.rowohlt.de/buch/Andreas_Winkelmann_Wassermanns_Zorn.2997991.html

Freitag, 24. August 2012

Traumwelten

"Phantasie ist nicht Ausflucht. Denn sich etwas vorstellen, heißt, eine Welt bauen, eine Welt erschaffen."
- Eugène Ionesco


"Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken."
- Hermann Hesse


"All Hail The Crimson King" 

Montag, 13. August 2012

Blutgeld

Inhalt:

Ben Richards' Leben scheint aussichtslos. Seine Tochter Cathy leidet an einer schlimmen Lungenentzündung und das Geld für die Medizin können er und seine Frau Sheila nicht aufbringen. Damit wenigstens etwas Geld zum Leben bleibt, muss Sheila sich prostituieren lassen. Viele Menschen in Co-Op City leben an der Armutsgrenze und einigen bleibt nichts mehr, als der Dreck in den Gassen. Im Jahre 2025 regiert die Fernsehgesellschaft und treibt ihre Spielchen mit den Menschen. In den Spielen werden die ausgewählten Kandidaten in Reality-Shows zur Schau gestellt, in dem sie sich makaberen Aufgaben stellen müssen. Diejenigen, die am meisten aushalten, werden mit Geld für ihre Familien belohnt. Die meisten sterben bei dem Versuch, diese Spiele zu überstehen. Für Ben Richards bleibt kein anderer Ausweg. Um seiner Familie eine sichere Zukunft garantieren zu können, nimmt er an der Reality-Show "Menschenjagd" teil. Die Regeln sind ganz einfach: Er bekommt für jede Stunde, die er in Freiheit lebt, hundert Dollar. Das Problem ist, dass ihm nach einem kleinen Vorsprung professionelle Menschenjäger verfolgen dürfen. Sogar die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, den sogenannten "Running Man" zu jagen und sogar zu töten. Bald ist das ganze Land hinter Ben Richards her und für ihn ist kein Ort auf der Welt mehr sicher...

Meine Meinung:

Stephen King schrieb bereits 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachman den Roman "Menschenjagd" und trotzdem ist das Thema immer noch aktuell. Als ich angefangen habe, musste ich unweigerlich an Suzanne Collins' Romanreihe "Die Tribute Von Panem" denken. Auch bei "Menschenjagd" wird dieses Thema aufgegriffen und Bachman alias King bringt dieses meisterhaft zum Ausdruck. Bachman schreibt ziemlich kritisch, so dass ich während des Lesens eine starke Wut im Bauch bekommen habe. Die Fernsehgesellschaft ist ein Monster, welches die Menschen unterdrückt und sich von deren Leid ernährt. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben, so dass ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen habe. Die 250 Seiten ließen sich sehr schnell und flüssig lesen. Bachman schafft es in jedem Kapitel noch mehr Spannung zu erzeugen, bis die Geschichte mit einem fulminanten Finale endet. Der Autor erschafft schnell eine düstere Atmosphäre und ich habe mich sofort in der Handlung verloren. Bachmans bzw. Kings Talent für eine glaubhafte Entwicklung der Charaktere ist nach wie vor beeindruckend und ich konnte mich in jede Person hineinversetzen und habe jede Handlung gespannt mitverfolgt.

Fazit: 

Ein spannende Jagd durch ganz Amerika, die mich wieder einmal mit einem offenen Mund zurückgelassen hat.

Wertung:

5 von 5 Punkten

http://www.amazon.de/Menschenjagd-Roman-Stephen-King/dp/345343580X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1344898147&sr=8-1

Sonntag, 12. August 2012

XXIII

Inhalt: 

Kate Burkholder, Polizeichefin des kleinen Dorfes Painters Mill, Ohio, traut ihren Augen kaum, als sie den Tatort betritt. Auf dem schneebedeckten Feld liegt eine Frau, der die Kehle aufgeschlitzt wurde. Als die Leiche umgedreht wird, entdeckt das Team, dass der Mörder die römische Zahl "XXIII" in den Bauch der Toten geritzt hat. Kate Burkholder ist fassunglos. Kann es sein, dass der Schlächter, der in den 90er Jahren Frauen auf dieselbe Weise umgebracht hat, wieder zurück ist? Wieso sollte der Mörder 16 Jahre warten, um dann wieder im gleichen Ort anfangen zu morden? Oder ist hier ein Nachahmungstäter am Werk? Weitere Morde folgen und bald befindet sich die Polizeichefin in einer misslichen Lage. Wenn sie den Mörder schnappen will, muss sie ein dunkles Geheimnis ans Licht bringen. Ein Geheimnis, welches bis in ihre amische Vergangenheit reicht. Der Tag an dem Kate ihre Kindheit verlor...

Meine Meinung:

"Die Zahlen der Toten" ist Linda Castillos erster Roman. Die Autorin beschreibt auf der einen Seite die polizeilichen Ermittlungen rund um Kate Burkholders Team und auf der anderen Seite gibt Castillo einen kleinen Einblick in das Privatleben der Polizeichefin und zeigt uns etwas über die Welt der Amischen, mit denen die Polizeichefin nach wie vor unweigerlich verbunden ist. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und das Buch lässt sich leicht lesen. Die Polizeiarbeit ist interessant, aber manchen Vorgehensweisen der Ermittler fand ich doch etwas übertrieben. Der Einblick in die Welt der Amischen hat mich neugierig gemacht und ist neben den Ermittlungen eine nette Abwechslung. Das Misstrauen der Amischen gegenüber den "Engländern" wird anschaulich beschrieben und man spürt die Spannungen zwischen beiden Parteien. Der Spannungsbogen kann das ganze Buch über gehalten werden und man ist sehr schnell im Geschehen drin. Die Auflösung hat mich wirklich überrascht, weil Castillo es geschafft hat mich lange im Dunkeln tappen zu lassen. Die Charaktere sind unterschiedlich gestaltet, ähneln sich aber an manchen Stellen zu sehr und wirken etwas blass. Ich bin mir aber sicher, dass Castillo die Personen in den Folgebänden noch mehr vertiefen kann.

Fazit: 

Ein gutes Erstlingswerk, welches eine solide Basis für weitere Bände bilden kann. Ich bin gespannt auf die nächsten Bücher und freue mich auf neue Fälle mit Polizeichefin Kate Burkholder.

Wertung:

3 von 5 Punkten

http://www.fischerverlage.de/buch/die_zahlen_der_toten/9783596184408

Mittwoch, 1. August 2012

Zeit ist ein Gesicht auf dem Wasser

Das war es jetzt also. Die vier Jahre in der Stadtbibliothek in Ilmenau waren wirklich schön und ich kann immer noch nicht glauben, dass es das nun gewesen ist. Als ich am 1. September 2008 meine Ausbildung als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste begann, war ich zunächst erst einmal etwas skeptisch: 6 Frauen und ich als einziger Mann, ob das gut gehen kann. Doch es ging gut und ich möchte diese vier Jahre auf keine Fall missen. Wenn ich an die Zeit in meiner Berufsschule in Sondershausen denke, muss ich schon wieder innerlich grinsen. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und eine Menge Erfahrungen gemacht. Was wir für schöne Abende hatten und wie wir in dieser Zeit aneinander geschweißt sind, war einfach unglaublich. Ich denke gerne daran zurück und freue mich jedes Mal, wenn ich mit der ein oder anderen Person wieder Kontakt habe. Die Zeit in Sondershausen war schön, doch habe ich mich immer wieder aus Neue gefreut, wenn ich zu meinen sechs "Muttis" zurückgekehrt bin. Im Laufe der Jahre habe ich mich inmitten dieser Bücher immer willkommener gefühlt. Ich habe gemerkt, dass sich auch meine Kolleginnen gefreut haben, wenn ich wieder da war. Das bedeutet mir sehr viel und an dieser Stelle möchte ich euch einfach nochmal von Herzen danken. Danke für die wunderschöne Zeit, die ich bei euch hatte. Danke dafür, dass ihr auch für mich da gewesen seit, wenn es mir mal nicht so gut ging. Danke für die Bauchkrämpfe, die ich mindestens einmal pro Woche hatte, weil ich mich vor Lachen einfach nicht mehr auf dem Stuhl halten konnte. Danke für das Vertrauen, was ihr mir entgegengebracht habt. Danke für jeden noch so kleinen Moment, den ich mit euch teilen durfte, Danke einfach für alles, was ich diese vier Jahre mit euch erleben durfte. Die gestrige Abschlussfeier war wirklich schön und ich habe mich über jedes einzelne Geschenk gefreut. Für alle, die nicht wissen, was mir meine "Muttis" geschenkt haben, werde ich das nochmal auflisten: Ich habe eine Zuckertüte, drei Studentenkochbücher (jetzt kann es so richtig losgehen), einen Kopf zum Gießen (falls ich meinen verlieren sollte, was gar nicht so unwahrscheinlich ist :-D), eine Tabaktasche mit Zubehör, einen Amazongutschein im Wert von 25 €, eine DVD "The Rocky Horror Picture Show" (über dem Titel steht: "Pits Jahre in der Stadtbibliothek" xD), und ein tolles Lesezeichen (mit einem Foto des ganzen Teams) bekommen. Ich denke der Abend war nochmal ein würdiger Abschluss der vier Jahre. Bald beginnt mein Studium und ich werde der ganzen Sache mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegenblicken. Auf der einen Seite freue ich mich sehr auf meine Studienzeit, die bestimmt einzigartige Momente und tolle neue Erfahrungen mit sich bringt, aber auf der anderen Seite ist es traurig zu wissen nie mehr am Morgen die Bibliothek zu betreten und meine Kolleginnen zu sehen. Ich werde euch auf alle Fälle weiterhin besuchen kommen und euch über alles auf dem Laufenden halten. Ich hoffe ihr vergesst mich nicht, denn ich werde es auf keinen Fall tun!



Hier nochmal ein Lied, bei dem ich immer wieder an diese wunderschöne Zeit zurückdenke.



Sonntag, 29. Juli 2012

Extrem schön und unglaublich traurig

Inhalt:

Oskar Schell ist erst 9 Jahre alt und besitzt schon eine eigene Visitenkarte. In seinen kurzen Leben kann er schon einiges vorweisen: Erfinder, Goldschmied, Amateur-Entomologe, Frankophiler, Veganer, Origamist, Computer-Spezialist, Sammler. Doch Oskar ist auch ein Kind von Traurigkeit. Sein Vater Thomas Schell wurde bei dem Terroranschlag vom 11. September 2001 getötet. Oskar fällt es schwer diesen Verlust zu verkraften, weil sein Vater für ihn alles auf der Welt war. Eines Tages findet Oskar im Nachlass seines Vaters einen Briefumschlag auf dem das Wort "Black" geschrieben steht. Als er den Briefumschlag öffnet, fällt ihm ein Schlüssel in die Hand. Oskar spürt ganz genau, dass dies ein Zeichen seines Vaters an ihn ist, weil er schon früher immer Gegenstände für ihn versteckt hat. Fortan macht Oskar es sich zur Aufgabe das passende Schloss für diesen Schlüssel zu finden, indem er alle Menschen in New York mit dem Nachnamen "Black" sucht. Er er ist fest davon überzeugt, dass mindestens einer dieser Menschen seine Vater gekannt haben muss und Antworten auf seine Fragen hat. Eine Abenteuer beginnt, welches nicht nur für Oskar zu einer emotionale Reise wird...

Parallel zu dieser Geschichte wird das Leben von Oskars Großvater erzählt, der nach den Bombenanschlägen von Dresden seine große Liebe Anna verloren hat und seitdem kein Wort mehr spricht. Nach diesem Traumata heiratet er deren Schwester und zieht nach New York, doch die Ehe hält nicht lange, weil er für sie einfach keine Liebe aufbringen kann. Bald darauf verlässt er Amerika und schreibt Briefe an seinen ungeborenen Sohn, die er jedoch nie abschickt...

Meine Meinung:

Jonathan Safran Foer hat mit "Extrem laut und unglaublich nah" ein besonderes Buch geschrieben. Dieser Roman zeigt die Schwere über den Verlust eines geliebten Menschen mit einer starken Eindringlichkeit, dass es mir an vielen Stellen die Sprache verschlug. Die Geschichte ist auf der einen Seite einfach nur sehr traurig, da Oskar mit dem Verlust seines Vaters einfach nur schwer umgehen kann und seine Mutter bei ihm an ihre Grenzen stößt. Doch auf der anderen Seite huschte mir bei Oskars Handlungsweisen mit einigen Personen ein paar Mal ein Lächeln über die Lippen. Foer schafft es die Emotionen und Gefühle der handelnden Personen sehr gut darzustellen. Alle Charaktere wirken glaubwürdig und eindrucksvoll. Oskars Besuche bei den Menschen mit den Nachnamen Black zeigen, dass jeder Mensch sein eigenes Päckchen zu tragen hat und doch ist der Besuch eines kleinen Jungen etwas besonderes in der sonst so tristen Welt. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, doch an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass Foer sich zu sehr in seine Geschichte verwickelt hat. Der Autor verliert an einigen Stellen den roten Faden, was es mir schwer machte der Geschichte kontinuierlich zu folgen. Die Aufmachung des Buches ist etwas besonderes. Angefangen von Bildern, Farben, einzelnen Wörtern bis hin zu leeren Seiten ist dieses Buch sehr schön anzusehen.

Dieses Buch wurde bereits mit Tom Hanks, Thomas Horn und Sandra Bullock verfilmt. Ich habe diesen Film leider noch nicht gesehen, doch bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte filmisch umgesetzt wurde. Sobald ich diesen Film gesehen habe, gibt es hier selbstverständlich einen Nachtrag.

Fazit: 

Ein etwas anderer Roman, der mich mit einem flauen Gefühl im Magen zurückgelassen hat. Oskar Schell hat mir gezeigt, wie schwierig etwas sein kann, aber dass es sich trotzdem lohnt weiterzumachen.

Wertung: 

4 von 5 Punkten 

http://www.fischerverlage.de/buch/extrem_laut_und_unglaublich_nah/9783596169221

Samstag, 21. Juli 2012

Sommerlektüre

Da ja nun der Sommer vor der Tür steht, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um eine handvoll Bücher vorzustellen, die ich während meines letzten Sommers gelesen habe. Einige dieser Bücher haben mich sehr nachdenklich gestimmt, andere wiederum waren wie eine Reise und so spannend und lustig, dass mir heute noch ein Lächeln über mein Gesicht huscht, wenn ich daran zurückdenke. Hiermit wünsche ich schon einmal allen einen schönen Sommer, viele tolle Erlebnisse und jede Menge Spaß.

Jodi Picoult: Neunzehn Minuten

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Lacy Houghton hat es eilig. Soeben hat sie erfahren, dass es an der High School ihres Sohnes Peter im beschaulichen Sterling in New Hampshire ein Massaker gegeben haben soll. Ein Amokläufer hat zehn Schülerinnen und Schüler in den Tod gerissen. Jetzt will Lacy wissen, ob Peter eines der Opfer ist. Als ein Mädchen seinen Namen nennt, fragt sie, wo sie Peter Houghton finden kann. Und das Mädchen antwortet: „Er ist der, der schießt“. Für Lacy Houghton bricht eine Welt zusammen. Ebenso wie für den Rest des Ortes -- und für Josie Cormier, die die Bluttat im Unterschied zu ihrem Freund Matt überlebt hat. In der Kindheit hat Josie die schützende Hand über Peter gehalten, wenn er in der Vorschule wieder einmal von seinen Kameraden gepiesackt wurde. Sie wäre eine perfekte Zeugin. Aber sie kann sich, wie sie sagt, an nichts erinnern...


Anna Koch ; Axel Lilienblum: Du hast mich auf dem Balkon vergessen


Rowohlt:
Die SMS der letzten Nacht ist nicht wie jede andere Kurznachricht. Sie ist unverblümt, voller Emotionen, manchmal hieroglyphisch – und häufig an den Falschen adressiert.
Sie erzählt von Liebe, Lust und Übelkeit, von fremden Betten und frischen Brötchen und dem mitunter harten Aufschlag in der Realität am nächsten Morgen. Eines haben aber alle hier versammelten SMS gemein: Sie sind äußerst unterhaltsam.



Janne Teller: Nichts 

Amazon.de:
Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt – als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens ... 


Walter Moers: Rumo & Die Wunder im Dunkeln 


Bücher.de:
Rumo der Wolpertinger aus Walter Moers Bestseller "Die 13 1/2 Leben des Käpt n Blaubär" macht sich selbständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt dieser spannende, ergreifende und komische Roman von Walter Moers. "Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen." Professor Doktor Abdul Nachtigaller



Mo Hayder: Der Vogelmann 

Amazon.de:
Als Detective Inspector Jack Caffery nach durchzechter Nacht seinen Rausch ausschlafen will, klingelt das Telefon: Auf einem Brachgelände in der Nähe der Themse wurden die Leichen von fünf Frauen gefunden. Die Obduktion ergibt, daß Caffery und seine Kollegen es mit einem Serienkiller zu tun haben, den sie den „Vogelmann“ nennen. Vier der fünf Opfer, so zeigen erste Ermittlungen, waren drogenabhängige Prostituierte, die niemand vermißte. Und ihr Mörder scheint schon bald gefaßt: Für Cafferys Kollegen Diamond ist klar, daß ein schwarzer Drogendealer die Frauen auf dem Gewissen hat, Polizei und Bevölkerung können aufatmen. Doch Caffery verfolgt eine ganz andere Spur. Gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten und obendrein im Kampf mit privaten Problemen ermittelt er weiter. Erinnerungen aus der Kindheit holen ihn ein, Erinnerungen an seinen Bruder, der eines Tages beim Spielen spurlos verschwand und möglicherweise ermordet wurde. Obwohl die beiden Fälle offenbar nichts miteinander zu tun haben, kann Caffery den Gedanken an die damaligen Ereignisse nicht mehr abschütteln. Seine Suche nach dem mysteriösen „Vogelmann“ führt ihn schließlich in das Dog and Bell, ein Pub, in dem die Opfer ihre Freier suchten. Hier lernt Caffery auch die Malerin Becky kennen, die Bilder von den Mädchen im Dog and Bell malt. Caffery ist schon bald von Becky fasziniert, und sie ist es auch, die ihn auf die Fährte des Mörders bringt. Doch dann fehlt von Becky plötzlich jede Spur...

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Freitag, 13. Juli 2012

Die letztze Botschaft

Inhalt:

Als Hauptkommissar Julius Kern die Wohnung der Ertels betritt, ahnt er, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Während ein Kind im Nebenzimmer schreit, wird Fr. Ertel erhängt im Wohnzimmer gefunden. Auch ihr Exmann wird vergiftet in seiner Wohnung aufgefunden. Neben der Toten liegt ein Zettel, auf der folgende Zeilen geschrieben stehen: In drei Tagen wirst Du Deinen Mann vergiftet und Dich selbst erhängt haben. Und auch ihr Mann bekommt eine ähnliche Botschaft. Kommissar Kern steht vor einem Rätsel. Wer könnte diese Botschaften verschickt haben? Während die Ermittlungen weiterlaufen, passiert das Unfassbare. Julius Kern bekommt eine eigene Todesbotschaft: In drei Tagen wirst Du Tassilo getötet oder Deine Familie verloren haben.
Julius Kern läuft die Zeit davon, denn er weiß nicht, wo sich sein alter Erzrivale momentan aufhält.  Nach ihrem letzten Zusammentreffen könnte sich Tassilo Michaelis in jedem Land der Welt verstecken. Außerdem scheint er sich eine neue Identität zugelegt zu haben. Kern muss nun alle Hebel in Bewegung setzten, um seinen Erzfeind zu finden und zu töten...

Meine Meinung:

"Der Prophet des Todes" ist der dritte Teil der sogenannten "Tassilo-Trilogie" von Vincent Kliesch. Sebastian Fitzek beschreibt dieses Buch als "Hochspannend" und er hat Recht. Der Autor lässt den Spannungsbogen nie abflauen und schafft es die Spannung in der Geschichte konstant zu halten und sogar noch zu steigern. Kliesch erzählt die Geschichte in einem rasanten Tempo, vielleicht manchmal zu schnell. Man merkt, dass alles auf das letzte Zusammentreffen zwischen Kern und Tassilo hinausläuft. Kliesch scheint es hier sehr eilig zu haben, um den Showdown herbeizubringen. Der Fall des Todespropheten ist mir dabei viel zu schnell und viel zu leicht erzählt. Das fand ich etwas schade, weil man bestimmt mehr daraus hätte machen können.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und bringt die Geschehnisse schnell auf den Punkt.
Die Charaktere sind alle interessant und Kliesch schafft es diese gekonnt in Szene zu setzten. Besonders der ewige Kampf zwischen Julius Kern und Tassilo Michaelis ist immer wieder eine tolle Abwechslung gegenüber manch anderen, die im Thriller-Genre meist farblos bleiben. Mittlerweile sind diese beiden bei mir auch sehr beliebt und ich habe mich immer sehr gefreut, wenn sie aufeinandertreffen.
Zum Ende hin muss man sehr aufpassen, da hier viele Dinge auf einmal passieren und es noch einmal eine überraschende Wendung gibt.

Da es sich hier um den dritten Band einer Reihe handelt, ist es ratsam die beiden Vorgänger gelesen zu haben. Kliesch verweißt häufig auf zurückliegende Fälle. Außerdem sind die beiden Bücher auch sehr spannend. Sie heißen:
  • Die Reinheit des Todes
  • Der Todeszauberer 

Fazit:

Das Ende einer Trilogie, die seinesgleichen sucht. Leider viel zu schnell vorbei, bringt Kliesch die Geschichte zu einem guten Abschluss.

Wertung:

4 von 5 Punkten

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Der-Prophet-des-Todes-Thriller/Vincent-Kliesch/e372924.rhd


Dienstag, 3. Juli 2012

Der Schatten des Julián Carax

Inhalt:

Barcelona in den 40er Jahren:
Als Daniel Sempere den "Friedhof der Vergessenen Bücher" betritt, ahnt er schon, dass hier ein besonderes Buch auf ihn wartet. Kurzerhand entschließt er sich für "Der Schatten des Windes" des Schrifstellers Julián Carax. Bald darauf ist Daniel so fasziniert von dem Buch, dass er Nachforschungen über den Schrifsteller anstellt. Von einem Freund seines Vaters erfährt er schließlich, dass er das einzig noch verbliebende Exemplar dieses Buches in der Hand hält, weil die anderen bei einem mysteriösen Brand vernichtet wurden. Über die Jahre hinweg baut Daniel sein eigenes Leben auf, erleidet seinen ersten Herzschmerz, lernt einen neuen Freund kennen und fängt an in der Buchhandlung seines Vaters zu arbeiten. In den ganzen Jahren lässt ihn aber die Geschichte um Julián Carax nicht los und er beginnt mit seinem Freund Fermín Romero de Torres weiter zu recherchieren. Je mehr beide über den Schrifsteller herausfinden, desto mehr scheint sich auch Daniels eigenes Leben mit dem von Carax zu vermischen.

Meine Meinung:

"Der Schatten des Windes" ist das Debüt des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón. Lange stand es auf Platz 1 sämtlicher Bestsellerlisten und wurde von Kritikern und Lesern gleichermaßen gefeiert. Aufgrund dessen stellte ich hohe Erwartungen an dieses Buch, als ich zu lesen anfing. Die ersten 250 Seiten war ich wirklich gefesselt von dem Buch. Zafón hat einen wunderschönen Schreibstil, in dem ich mir mehr als einmal verlor. Er beschreibt die Stadt Barcelona mit all seinen Straßen, Bauten und Menschen wunderschön und schafft es diese Momente gut einzufangen. Ich konnte förmlich das rege Treiben der Menschen in den Gassen hören. Außerdem erschafft der Autor schöne Dialoge zwischen den handelnden Personen und einige treffende Zitate.

Leider driftet die Handlung ab der Hälfte des Buches ein wenig in Kitsch ab und ich musste mich manchmal regelrecht zwingen weiterzulesen. Gestört hat mich außerdem, dass Zafón von Zeit zu Zeit zu sehr abschweift und die Handlung zu überladen wirkt. Die Geschichte war vereinzelt etwas zu konstruiert, so dass sie für mich einige Male auch sehr vorhersehbar war.

Die Charaktere waren gut in Szene gesetzt. Besonders Fermín Romero de Torres war ein abwechslungsreicher Charakter, weil er durch seinen Humor und seine Spitzzüngigkeit frischen Wind in die Geschichte gebracht hat. Leider verblasst Daniel dabei meines Erachtens zu sehr. Das mag daran liegen, dass die anderen Charaktere zu interessant wirkten, so dass Daniels eigenes Leben in den Hintergrund gestellt wird.

Im Nachhinein hätte ich gerne noch gewusst, warum den Julián Carax' Werke eine so starke Anziehung auf seine Leser ausüben. Ich hätte gerne selbst mal ein paar Zeilen seiner Bücher gelesen. Irgendwie war das für mich nicht nachvollziehbar.

Fazit:

Ein netter Roman, der interessante Ansätze bietet und den Zauber Barcelonas wunderschön einfängt, meine Erwartungen aber leider nicht ganz erfüllt hat.

Punkte:

3 von 5 Punkten

http://www.suhrkamp.de/buecher/der_schatten_des_windes-carlos_ruiz_zafon_45800.html

Donnerstag, 28. Juni 2012

"Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen."

Da es zurzeit nicht viel neues zu berichten gibt, habe ich mal aus einigen Lieblingsbücher ein paar Passagen herausgefiltert, die bei mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Ich hoffe sie gefallen euch. Viel Spaß!

"Und es sollte mir einmal mehr beweisen, dass eine Gelegenheit geradewegs zu einer anderen führt, genauso wie ein Risiko ein weiteres nach sich zieht, ein Leben ein anders und ein Tod den nächsten."
Die Bücherdiebin

"Und ich habe deinen Namen noch nie gehört" sagte Bruno. "Schmuel" Er überlegte. "Schmuel" wiederholte er. "Klingt schön, wenn man es ausspricht. Wie wenn der Wind weht."
Der Junge im gestreiften Pyjama

"Zeit ist ein Gesicht auf dem Wasser. "
Glas, Der dunkle Turm

"Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm"
Schwarz, Der dunkle Turm

"Ich fragte mich, ob alle Feuer miteinander verwandt waren, so wie Dad sagte, dass alle Menschen miteinander verwandt waren. Ich hatte keine Antwort auf meine Frage, ich wusste nur, dass ich in einer Welt lebte, die jeden Augenblick in Flammen aufgehen konnte. Ein solches Wissen hält dich auf Trab."

"Aber eins war mir klar geworden, die Hurerei brachte Brathähnchen auf den Tisch"
Schloß aus Glas

"Du schreibst die Geschichte deines Lebens nicht mit Worten ... Du schreibst sie mit Taten. Es ist nicht wichtig, was du denkst. Wichtig ist nur, was du tust."
Sieben Minuten nach Mitternacht

"Und sie nahmen Kurs auf Gegenden in denen Oskar nie zuvor gewesen war - weit jenseits der bekannten Welt"
So finster die Nacht

"Face your fear. Accept your war. It is what it is."
Regine Stokke

"In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo Schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träume träumen
Von Zeiten als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist's, wo jener Geist regiert
Den man den Schattenkönig nennt."


"Schreib nie einen Roman aus der Perspektive einer Türklinke!"
Die Stadt der träumenden Bücher

"Hoffnung ist wie eine Glasscherbe im Fuß. Solange sie im Fleisch steckt, tut es weh bei jedem Schritt, den man geht. Doch wenn sie herausgezogen wird, blutet es zwar für eine kurze Zeit und es dauert eine Weile, bis alles verheilt ist, aber schließlich kann man weiterlaufen. Diesen Prozess nennt man auch Trauer."
Die Therapie

"Ich möchte, dass Sie die Hände um seinen Hals legen, Linda, und dass Sie ihm in die Augen sehen, wenn Sie ihn erwürgen. Ich möchte, dass Sie ihm beim Sterben zusehen. Tun Sie es und ich werde Sarah nicht verstümmeln. Weigern Sie sich, und ich werde sie mit Feuer bearbeiten, bis sie qualmt."
Der Todeskünstler

"Das Fernsehen, mein lieber Daniel, ist der Antichrist, und ich sage Ihnen, es werden drei oder vier Generationen genügen, bis die Leute nicht einmal mehr selbstständig furzen können und der Mensch in die Hölle, in die mittelalterliche Barbarei und in einem Schwachsinn zurückfällt, den schon die Nacktschnecke im Pleistozän überwunden hat. Diese Welt wird nicht von der Atombombe zerstört werden, sondern sie wird sich totlachen, wird an Banalität zugrunde gehen, weil sie aus allem einen Witz macht, einen schlechten noch dazu."
Der Schatten des Windes

"Es ist eine Frage der Ehre, seine Freunde nicht aufzugeben. Ganz gleich, unter welchen Umständen."
Die Elfen

"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Der kleine Prinz

Welches sind eure Lieblingspassagen/-zitate?

Der kleine Buchling ist zum Schießen xD

Dienstag, 19. Juni 2012

Die Schönheit der Nacht

Inhalt:

1982: In dem Stockholmer Vorort Blackeberg geschieht das Unfassbare. Ein Junge wird tot in einem Wald gefunden. Das bizzare an diesem Mordfall ist, dass der Junge keinen einzigen Tropfen Blut mehr im Körper hat. Die Bewohner sind in heller Aufregung und bald wird spekuliert, wer die ganzen Morde verübt haben könnte. Es scheint als sei hier ein Ritualmörder am Werk, doch keiner der Bewohner ahnt, was wirklich dahinter steckt.

Ein kleiner Junge namens Oskar verfolgt gespannt das Geschehen. Er lebt mit seiner Mutter in einer Plattenbausiedlung, in der Arbeitslosigkeit, Hoffungslosigkeit und Trauer Einzug halten. Auch Oskar hat seine Probleme, denn in der Schule ist er kein besonders beliebter Junge. Ständig ist er den Hänselein und Attacken seiner Mitschüler ausgeliefert, ohne sich dagegen wehren zu können.

Als er eines Abends nach Hause kommt, sieht er ein Mädchen auf dem Klettergerüst vor seiner Wohnung sitzen. Ihr Name ist Eli und Oskar ist sofort fasziniert von ihr. Langsam freunden sich die beiden an und geben immer mehr von sich preis. Doch Eli hat ein dunkles Geheimnis und je mehr sich die beiden anfreunden, desto mehr erkennt Oskar was Eli wirklich ist...

Meine Meinung:

Ich mus zugeben, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, dieses Buch zu lesen. Ich hatte vor einiger Zeit den Film gesehen und fand diesen nicht sehr spannend. Doch auf Drängen einer guten Freundin (An dieser Stelle sei dir mein Dank ausgesprochen, Sai) habe ich meine Zweifel beiseite geschoben und dieses Buch gelesen. Ich muss sagen, dass ich mich wirklich sehr geärgert hätte, wenn ich dies nicht getan hätte! Es ist einfach nur unglaublich, dass "So finster die Nacht" das Debüt des schwedischen Autors John Ajvide Lindqvist ist. Angefangen bei der Geschichte, deren Spannungsbogen von Anfang bis Ende konstant gehalten wird. John Ajvide Lindqvist hat hier eine Geschichte erfunden, die sich aus dem Einheitsbrei des Genres "Thriller" hervorhebt. Ich selbst würde dieses Buch gar nicht nur als Thriller abstempeln, weil in diesem Buch haufenweiße Genres ineinanderfließen z.B. Drama, Horror und Liebe. Außerdem werden auch andere Themen wie z.B. Pädophilie und Arbeitslosigkeit gekonnt in Szene gesetzt.

Zusätzlich wurde das Kernstück der Geschichte sehr gut dargestellt. Mittlerweile ist dieses Thema mehr als ausgelutscht, doch der Autor schafft es eine eigene Geschichte zu entwerfen, die sich fernab aller Klischees behaupten kann. Diejenigen, die das Buch noch lesen, werden schon merken was ich meine, deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Die Geschichte selbst wird aus verschiedenen Sichten geschildert, dabei ist jede kleine Story der Bewohner so spannend, dass man gar nicht daran denkt weiterzublättern.

Der Schreibstil ist gekonnt flüssig und ich musste mich mehr als einmal zusammenreißen das Buch aus der Hand zu legen.

Die Charaktere sind alle so vielschichtig, dass man wirklich mit ihnen mitfühlen kann. Gerade Elis innere Zerissenheit zwischen ihrer "Sucht "und ihrer immer tiefergehenden Freundschaft zu Oskar wird so brilliant dargestellt, dass mir mehr als einmal der Atem stockte. Dabei bleiben aber auch die anderen Figuren keinesfall blass, sondern überzeugen auf ganzer Linie. Die Stimmung, die sich über die ganze Geschichte erstreckt, ist traurig, düster aber gleichzeitig auch voller Hoffnung. Man verliert sich während des Lesens in der Geschichte und ist mehr ein stiller Beobachter des Geschehens, als ein Leser.

In der Geschichte gibt es auch ein paar Gewaltszenen, die schon etwas härter beschrieben werden, aber keinesfalls überzogen wirken.

"So finster die Nacht" wurde bisher zweimal verfilmt, doch ich verzichte an dieser Stelle auf einen Trailer, weil sich jeder sein eigenes Bild der Figuren und Szenen machen sollte.
Ich werde der schwedischen Verfilmung nochmal eine Chance geben, weil ich den Film auch damals nicht allein sah und zudem etwas abgelenkt war.

Fazit:

"So finster die Nacht" (Originaltitel: Låt den rätte komma in) ist ein einzigartiges Buch, welches mich einfach nur mit Staunen zurückgelassen hat. Für mich hätte die Geschichte noch ewig weitergehen können, aber ... was währt schon ewig?

Wertung:

5 von 5 Punkten

http://www.luebbe.de/Buecher/Spannung/Details/Id/978-3-404-15755-6

Dienstag, 12. Juni 2012

Lesenswertes

Da ich wahrscheinlich noch bis nächste Woche brauchen werde, um "So finster die Nacht" durchzulesen, wollte ich mal die Gelegenheit nutzen, um euch ein paar Bücher vorzustellen, die ich selber noch nicht gelesen habe und die entweder dieses  Jahr bisher erschienen sind oder Anfang nächsten Jahres erscheinen. Bei diesen Büchern bin ich wirklich sehr gespannt, zum einen weil mich die Autoren in der Vergangenheit in keinster Weise enttäuscht haben und zum anderen weil das Thema dieser Bücher mich wirklich brennend interessiert. Ich werde als erstes eine kurze inhaltliche Einführung zu dem jeweiligen Werk geben und danach genauer erläutern, warum ich dieses Buch vorstelle. Nun gut, genug der Worte. Los geht's:

Arno Strobel: Der Sarg


                                     Amazon.de:
»Sie konnte nicht einordnen, was diese Schwärze zu bedeuten hatte. Aber sie war überall. Und es gab keinen Ausweg.« Köln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt mehrere Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch wenn ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. Erstickt. Zur gleichen Zeit hat Eva, eine erfolgreiche Geschäftsfrau Mitte 30, einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf. Gefangen, hilflos, panisch. Sie weiß nicht, wie sie in den Sarg hineingekommen ist, und später nicht mehr, wie sie ihn wieder verlassen hat. Doch irgendwann ist es vorbei, sie ist frei, liegt in ihrem Bett. Und bemerkt die Blutergüsse und Kratzspuren an Händen, Armen und Beinen.

Arno Strobel hat sich mit seinen Werken bei mir mittlerweile einen Ehrenplatz verdient. Der Autor schafft es die Spannung in einem Buch sehr gut aufzubauen und zu halten. Seine Psychothriller handeln meist von außergewöhnlichen Geschichten, die schon aufgrund der kurzen Inhaltsangaben bei mir großes Interesse erwecken. Mittlerweile ist es bei mir so, dass ich schon vorher davon ausgehe, dass seine Neuerscheinungen gut werden. Arno Strobel hat bisher fünf Bücher veröffentlicht und ich bin mir sicher, dass sein neues Werk wieder ein Volltreffer sein wird.

Der Roman erscheint voraussichtlich am 17.01.2013 im Fischerverlag und kostet 9,99 €



Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise der Harold Fry


Jpc.de:
Eigentlich wollte er nur zum Briefkasten. Dann geht er 1000 Kilometer zu Fuß. Ein unvergesslicher Roman, der die ganze Welt erobert. "Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben." Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

Dieses Buch war eher ein Spontaneinkauf, als ich es letzte Woche im Hugendubel entdeckt habe. Normalerweise erkundige ich mich vorher bei Amazon, bevor ich ein Buch lese bzw. es kaufe. Bei diesem Buch war das anders. Dieses Werk fiel mir schon aufgrund seiner liebevollen Covergestaltung und des ungewöhnlichen Buchtitels ins Auge. Als ich dann auf der Rückseite las, worum es ging, habe ich sofort beschlossen mir dieses Werk zu kaufen. Die Geschichte eines Mannes, der eine Pilgerreise unternimmt und sich währenddessen Gedanken über sein Leben macht, klingt wirklich sehr interessant. Schon anhand der Kritiken (die überwiegend positiv sind) freue ich mich sehr auf diesen Roman, da es sich hier um etwas Außergewöhnliches zu handeln scheint, dass sich aus der Einheitsmasse erhebt. Leider habe ich bis jetzt noch kein Buch dieser Autorin gelesen, deswegen bin ich umso neugieriger, was sie aus dieser Geschichte gemacht hat.
Der Roman erschien am 14.05.2012 im Krügerverlag und kostet 18,99 €


Jessica Durlacher: Der Sohn


                                   Amazon.de:
Schlagartig ist es vorbei, das sorglose Leben der Familie Silverstein. Da ist einer, der ihr Leben bedroht, denn er ist gefangen in einer Geschichte, die der Vergangenheit angehört und doch auf fatale Weise bis in die Gegenwart reicht. Eine Geschichte, die Großvater Silverstein immer verschwiegen hat. Und die sein Enkel Mitch zu Ende führt.

Dieses Buch ist mir durch Zufall in die Hände gefallen, als ich in der Bibliothek nach Neuerscheinungen gestöbert habe. Der Geschichte und den Rezensionen nach zu urteilen, scheint dieser Roman eine Mischung aus Drama und Thriller zu sein. Außerdem scheint sich dieses Buch mit dem Krieg und dessen Folgen zu beschäftigen. Ich lasse mich bei diesem Werk einfach mal überraschen. Außerdem werde ich mich wohl bei diesem Buch auf eine emotionale Reise einstellen müssen. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, bin ich wirklich sehr gespannt auf dieses Buch.
Der Roman erschien am 21.02.2012 im Diogenes Verlag und kostet 22,95 €
Markus Heitz: Oneiros - Tödlicher Fluch


Amazon.de:
In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht …

Ich liebe die Werke von Markus Heitz. Seine Bücher sind immer so spannend und gut geschrieben, dass es mir wirklich sehr oft schwer fällt einfach aufzuhören. Heitz erschafft immer wieder aufs Neue eine fantastische Welt in die ich mich sofort hineinversetzten kann. Seine Figuren sind meist wirklich gut herausgearbeitet. Sein Schreibstil ist wirklich sehr flüssig, so dass bei mir nie Langeweile aufkommt. Heitz' Fantasy-Romane gehen dabei aber immer in verschiedene Sparten der Fantasy. Die bizarrsten Figuren verschaffen sich bei seinen Werken die Ehre wie z.B. Zwerge, Vampire, Werwölfe und viele mehr. Leider habe ich bis jetzt noch nicht alle seine Romane gelesen, doch das wird so schnell wie möglich nachgeholt. Bisher hat der Autor viele Bücher verfasst. Zu seinen bekanntesten dürfte die Reihe um "Die Zwerge" zählen.
Auch bei seinem jetzigen Buch hat der Autor wieder eine interessante Geschichte entwickelt, die mich hoffentlich wieder fesseln wird. Ich bin wirklich gespannt auf sein neustes Werk und hoffe, dass es so gut ist, wie seine bisherigen Werke.

Der Roman erschien am 02.05.2012 im Knaur Verlag und kostet 14,99 €

Stephen King: Der Anschlag


Amazon.de:
Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein großes Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und so beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn neuen Welt. Es ist die Welt von Elvis und JFK, von großen amerikanischen Autos und beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen. Es ist die Welt des gequälten Einzelgängers Lee Harvey Oswald, aber auch die der Bibliothekarin Sadie Dunhill, die Jakes große Liebe seines Lebens wird – eines Lebens, das gegen alle normalen Regeln der Zeit verstößt. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen – mit aller gnadenlosen Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet...

Was soll ich zu diesem Autor noch sagen? Stephen King ist meine persönliche Nummer 1 und ich freue mich einfach nur auf sein neues Buch. Dieser Roman erschien schon im Januar, weshalb jetzt schon viele Rezensionen eingegangen sind. Viele sind sehr positiv, was mich wiederum noch neugieriger macht, als ich sowieso schon bin. Seine Geschichten sind durchweg immer sehr außergewöhnlich und auch bei seinem neusten Werk ist dies der Fall. Die Verhinderung des Mordes an John. F.  Kennedy klingt wirklich sehr sehr spannend und so wie ich Kings Werke kenne, wird der Autor auch hier wieder einen außergewöhnlichen Roman geschrieben haben, der durch seine verschiedenen Charaktere und seine spannende Handlung überzeugt.

Der Roman erschien am 23.01.2012 im Heyne Verlag und kostet 26,99 €

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Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben und euch für das ein oder andere Buch begeistern. Ich für meinen Teil werde diese Liste so bald wie möglich abarbeiten. Ich hoffe doch,
dass meine Erwartungen erfüllt werden. Wenn ich die jeweiligen Werke gelesen habe, wird es hier selbstverständlich eine nachfolgende Rezension geben.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Die Magie der Kinder

Inhalt: 


Peter ist auf der Suche. Der rothaarige Junge mit den goldenen Augen sucht nach Kindern und Teenagern, für die es kein zu Hause gibt und deren bisheriges Leben ein Scherbenhaufen ist. Peter bietet den Kindern ein neues zu Hause an, in dem sie in Sicherheit sind. Als Nick auf Peter trifft, befindet sich dieser in einer misslichen Lage. Nach dem Tod seines Vaters und dem Umzug der Familie nach New York, muss Nick mit ansehen, wie andere Menschen bei ihm einziehen, die Drogen verkaufen und seine Mutter unter Druck setzten. Kurzerhand reißt er aus und versucht sich zu verstecken, doch die Handlanger finden ihn schließlich in einem Park. Genau hier nimmt die Geschichte seinen Lauf: Während Nick versucht sich den Handlangern zu stellen, taucht plötzlich Peter auf und hilft ihm. Peter erzählt Nick von einer Insel, auf die er mit dem rothaarigen Jungen gehen könne, wenn er es aus fester Überzeugung will. Nick willigt ein und kurze Zeit später findet er sich in einer magischen Welt namens Avalon wieder. Doch Peter hat nicht die ganze Wahrheit erzählt. Das Land liegt im Sterben und wird von den "Fleischfressern" bedroht, die vor nichts zurückschrecken und jeden töten, der ihnen im Weg steht. Hinzu kommt, dass die Herrscherin Avalons nicht in der Lage ist, ihre Welt zu verteidigen und der einzige Mann, der ihm helfen könnte, in einer Fehde mit dem Kinderdieb liegt. Peter braucht die Hilfe der Kinder, um seine Heimat zu retten...

Meine Meinung:

"Der Kinderdieb" von Brom ist wirklich ein anderes Buch welches aber als eigenständiges Werk überzeugen kann. Da ich sowieso mal wieder ein Fantasyroman lesen  wollte, kam mir dieses Buch genau richtig. Der Autor hat eine Geschichte erschaffen, die wunderschön aber gleichzeitig auch sehr brutal ist. Er erzählt eine spannende Story, de je weiter die Handlung vorangeht, immer aufregender wird, bis sich am Ende die Ereignisse überschlagen. Mir fiel es jedes Mal schwer das Buch zuzuschlagen, da ich immer so schnell wie möglich wissen wollte wie es weitergeht. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und er beschreibt Schauplätzte und Charaktere sehr bildhaft, so dass sich immer sofort ein Bild vor meinem geistigen Auge auftat.

Die Hauptcharaktere wirken sehr glaubhaft und sehr gut ausgearbeitet, doch werden leider manche Nebencharaktere nur einmal ganz kurz beschrieben. Das fand ich etwas schade, weil ich gerne gewusst hätte, wie tief die Geschichten jedes einzelnen Kindes gehen. Was mir gefallen hat, war das Brom es schafft die Grenze zwischen Gut und Böse so stark zu verwischen, dass mir sogar einige Charaktere, die ich am Anfang mochte, im Laufe der Zeit wirklich unsympathisch wurden. Insgesamt ist die Charakterentwicklung einiger Menschen wirklich überraschend, aber dabei keinesfalls unglaubwürdig.

Die Kämpfe um Avalon sind sehr blutig und brutal beschrieben. Also nichts für schwache Nerven! Mich persönlich hat das nicht gestört, doch ich kann mir gut vorstellen, dass einige beim Lesen dieses Buches ihre Probleme damit haben könnten. Es lässt sich also sagen, dass dieser Roman wirklich eher ein Buch für Erwachsene ist.

Zusätzlich zu der Geschichte hat Brom noch vor jedem Kapitel eine Zeichnung gefertigt, welche eine Szene zeigt, die in dem jeweiligen Kapitel vorkommt. Außerdem sind die Hauptpersonen noch in der Mitte des Buches farblich herausgearbeitet. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen, weil die Zeichnungen zum einen wirklich sehr schön sind und zum anderen die Fantasie weiter anregen.

Schade, das dieses Buch nur 664 Seiten hat, weil ich wirklich gerne noch mehr über die magische Welt Avalon sowie deren Bewohner erfahren hätte.

Fazit: 

Eine Fantasy-Horror-Abenteuer-Märchen, welches leider viel zu schnell zu Ende war. Brom hat mich hier auf eine Reise geschickt, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde.

Edit:


Wer noch etwas zur Entstehung der Geschichte sowie weitere Details erfahren möchte, kann dies gerne in einem Interview mit dem Autor Brom und dem Pan-Verlag nachlesen:

http://www.pan-verlag.de/interview/Brom

Wertung:

4 von 5 Punkten


http://www.phantastik-couch.de/brom-der-kinderdieb.html

Dienstag, 29. Mai 2012

Stephen King: Ein Porträt

Heute möchte ich über einen Schriftsteller schreiben, der mich bis jetzt auf so wunderbare Reisen geschickt hat, wie es bei mir sonst noch kein Autor geschafft hat: Stephen King

Leben:


Stephen Edwin King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine geboren. Seine Eltern, der Seemann Donald Edwin King und dessen Frau Nellie Ruth Pillsbury, heirateten 1939, doch die Ehe wurde 1949 aufgelöst als King 2 Jahre alt war. Warum sein Vater eines Abends nach dem Zigaretten holen nicht wieder kam, ist nicht bekannt. Durch das Verschwinden des Vaters, war seine Mutter gezwungen ihn und seinen älteren Stiefbruder David allein zu versorgen. Die Mutter versuchte sich und die Kinder mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. In dieser Zeit zog die Familie oft um, bis sie sich schließlich in Durham, Maine niederließen.
In seinem neuen Heim ging King häufig ins Kino, wo er sich immer Fantasy und Science-Fiction Filme ansah. Bereits zu der Zeit entstand seine Vorliebe für Horrorgeschichten.
Schon im Alter von 7 Jahren fing King an seine ersten Geschichten zu schreiben. Sein Interesse wurde aber erst geweckt, als er 1960 auf dem Dachboden seines Hauses eine Kiste mit Science-Fiction- und Horrorbüchern fand, die sich im Besitz seines Vaters befunden haben sollen. Dabei waren auch Erzählungen, die sein Vater damals verfasste. King meinte später, dass diese Entdeckung für ihn eine Offenbarung gewesen ist.
1962 kam King an die High School, wo er weiter Geschichten schrieb. Dort veröffentlichte er eine Novellensammlung mit dem Namen “People, Places and Things”.
Nach seinem High-School-Abschluss 1966 besuchte King die Universität von Maine, wo er Englisch studierte. Zu dieser Zeit veröffentlichte er auch seine Geschichte „I Was A Teenage Grave Robber“ im Magazin „Comics Review“.

1970 lernt er seine jetzige Frau Tabitha Spruce kennen, die er 1971 heiratete. Da er nach seinem Studium 1971 keine Anstellung als Lehrer bekam, versuchte King nebenbei einige Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Diese brachten leider nicht viel ein, so das er und seine Frau nicht viel Geld zum Leben hatte, da seine einziger Lebensunterhalt darin bestand nachts als Bügler zu arbeiten. Später erhielt er dann eine Anstellung als Englischlehrer an der Hampden Academy, Maine. Im gleichen Jahr wurde seine Tochter geboren, ein Jahr später sein Sohn Joseph. Zu dieser Zeit lebten die Kings in einem gemieteten Wohnwagen. Hier begann King mit seinem Roman "Carrie", den er auf drängen seiner Frau 1973 fertigstellte und an den Verlag „Doubleday“ schickte.

Nachdem Carrie vom Verlag akzeptiert wurde, kaufte die New American Library die Taschenbuchrechte für eine gewaltige Summe von 400.000 Dollar. Durch dieses Ereignis wurde Stephen King auf einen Schlag reich und berühmt, worauf er seine Anstellung als Lehrer aufgab, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen. Durch den riesigen Erfolg von "Carrie", wird der Roman verfilmt und kommt 1976 in die Kinos.

1977 erscheint der Roman "The Shinig", welcher ebenfalls ein Bestseller wird. Im gleichen Jahr wird sein Synoym "Richard Bachman" geboren, unter dem er auch seine ersten Kurzgeschichten veröffentlicht. In diesem Jahr wird auch sein zweiter Sohn Owen Philip geboren. 1980 ziehen die Kings nach Bangor, Maine. In diesem viktoranischen Haus wohnen sie heute noch. In den 80er Jahren erhält King viele Auszeichnungen, darunter den "World Fantasy Award". 1985 lässt King sein Pseudonym Richard Bachman an "Pseudonymkrebs" sterben, weil bekannt wurde, dass King unter diesem Namen schreibt. In diesem Jahr begann King zu seiner sich früh entwickelten Alkoholsucht auch noch Kokain zu nehmen. 1987 lässt er sich deswegen in eine Entzugsklinik einweisen. Seit dieser Zeit besucht King auch die Treffen der Anonymen Alkoholiker.
1992 wurde die Band "Rock Bottom Remainders" gegründet, die ausschließlich aus Schriftstellern besteht. Stephen King spielt in der Band Gitarre. Einige Auftritte folgten.
1999 wurde King beim Spaziergang von einem Kleinbus erfasst und schwer verletzt. Daraufhin musste er 3 Wochen in einem Krankenhaus bleiben, wo er seinen Roman "Duddits" mit der Hand schreibt, da er durch die Gestelle an seinen Beinen nicht an einem Tisch sitzen konnte. Das Auto, welches ihn angefahren hatte, kaufte er dem Unfallverursacher ab, um es im nächsten Jahr an seinem Unfalltag zu zerstören. King verarbeitet seinen Autounfall in dem letzten Band seiner siebenbändigen Reihe "Der Dunkle Turm".

Werke:

Bis heute hat Stephen King zahlreiche weitere Bücher veröffentlicht. Insgesamt beläuft sich die Zahl auf rund 60 Werke, die ins Deutsch übertragen wurden. Viele seiner Werke wurden verfilmt, darunter "Es", "The Shinig", "The Stand" und viele weitere. In einigen seiner Filme spielt er auch selber kleine Rollen. Seine Geschichten handeln meistens von normalen Menschen, die in übernatürliche und bizarre Situationen geraten. Das Grauen in Kings Büchern verbirgt sich meist hinter ganz alltäglichen Sachen. Außerdem sind viele seiner Figuren Schriftsteller oder schreiben ab und zu. Einige seiner Romane beinhalten Verweise zu seiner monumentalen Saga "Der Dunkle Turm" an der King über 30 Jahre schrieb. In dieser Saga geht es um den letzten Revolvermann Roland, der den Dunklen Turm sucht und dabei zahlreiche Menschen trifft sowie viele Gefahren überstehen muss. Einige seiner Werke sind auch als Comic erschienen. Interessant ist noch, dass viele seiner Werke im Bundesstaat Maine angesiedelt sind, wo King sein Leben verbringt.

Mein Bezug zu Stephen King:

Stephen King ist für mich ein Autor, der mich durch viele Abende begleitet hat. King schafft es geschickt verschiedene Genres zu einem Abenteuer zu verknüpfen. Viele seiner Werke behandeln Themen wie Liebe, Verrat, Thrill, Horror und einige mehr. Gerade Kings Talent die leise Spannung in Büchern aufzubauen, habe ich bis jetzt bei keinem anderen Autoren gesehen. Er führt mich als Leser langsam an das Geschehen heran, um mich dann mit einer gekonnten Ohrfeige in seine grausame Wirklichkeit zu entführen. King erschafft außerdem Charaktere, die mir bis jetzt so häufig den Atem geraubt haben, dass ich mich wirklich oft genug frage: Wie macht er das bloß? Da ich ja sowieso immer sehr darauf achte, wie die Charaktere im Buch wirken und ob die Entwicklung glaubhaft dargestellt wird, fällt mir bei King besonders auf, dass er es schafft Charaktere zu entwickeln, bei denen man alle Gefühlsebenen durchwandert. Sowohl die Protagonisten als auch die Antagonisten wirken für mich immer so glaubhaft und wirklich, dass ich diese auch nach dem Lesen noch in einem Kopf habe. Natürlich gibt es wie bei jedem Schriftsteller auch Bücher von Stephen King, die mir nicht so gefallen haben. Dafür sind seine Meisterwerke (wie ich sie nenne :-)) umso atemberaubender. Außerdem schafft es King die Urängste des Menschen gut herauszuarbeiten, wie man es z. B. bei seinem Roman "Es" gut erkennen kann. Es ist aber nicht nur so, dass King die ganze Zeit in seinen Büchern nur grausame Themen behandelt. Er schafft es auch die leisen Klänge in Büchern gut zur Geltung zu bringen.

Schlussendlich ist Stephen King für mich ein Autor, dessen Bücher ich immer wieder gerne in die Hand nehme und auch lieben gelernt habe. Am Ende möchte ich noch einen Satz aus Kings Saga "Der Dunkle Turm" rezitiern, der für mich schon wie eine Art Lebensweisheit geworden ist:



"Denn das Ka ist ein Rad, und solange das Rad nicht zerbrochen ist, wird es sich immer drehen [...] Ka ist ein Rad und kehrt stets zu seinem Ausgangspunkt zurück"
Der Turm, 4, III, 3
Wer irgendwann diese Saga lesen sollte oder vielleicht schon gelesen hat, der wird wissen was ich meine! Vielleicht konnte ich ja mit diesem Beitrag einige dazu animieren, meine Euphorie für diesen Künstler zu verstehen. Möglicherweise werden auch einige das ein oder andere Buch von ihm in die Hand nehmen. Denn irgendwie weckt das Grauen unser aller Neugier, ist abstoßend aber auch gleichzeitig faszinierend. Wer genauso denken mag und sich vielleicht traut diese Erfahrung zu machen und diese Reisen mitzuerleben, dem wünsche ich viel Spaß mit den Werken von Stephen King!

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http://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_King

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